Фондові лекції викладачів факультету іноземної філології - Частина ІV - 2016

РОЗДІЛ 1. Лекції з дисциплін мовознавчого циклу і методики їх навчання

Ю.А. Крецька, кандидат педагогічних наук, старший викладач

DAS Substantiv

Дисципліна: Теоретична граматика першої іноземної мови.

Вид лекції: тематична.

Дидактичні цілі:

Навчальні: розкрити категоріальне значення іменника як частини мови, загальні особливості його функціонування у німецькій мові; висвітлити основні підходи до класифікації та охарактеризувати граматичні категорії іменників.

Розвиваючі: розвивати у студентів уміння використовувати теоретичні знання з граматики мови в практичному мовленні та у викладанні німецької мови в школі.

Виховні: виховувати інтерес до вивчення німецької мови, самостійність, ініціативність, творчий підхід до майбутньої професійної діяльності.

Міжпредметні та міждисциплінарні зв'язки: лексикологія, стилістика, практична граматика німецької мови, практика усного та писемного мовлення першої іноземної мови.

Основні поняття: das Substantiv; die Gegenständlichkeit; semantisch-strukturelle Klassen der Substantive; das Geschlecht (das Genus); die Zahl (der Numerus); der Kasus; die Kategorie der Bestimmtheit und der Unbestimmtheit.

Навчально-методичне забезпечення: Power-Point-презентація.

Plan

1. Allgemeines.

2. Semantisch-strukturelle Klassen der Substantive.

3. Die grammatischen Kategorien des Substantivs (die Kategorie des Geschlechts (des Genus), der Zahl (des Numerus), des Kasus (des Falls), die Kategorie der Bestimmtheit und Unbestimmtheit).

Literaturverzeichnis

1. Абрамов Б. А. Теоретическая грамматика немецкого языка. Сопоставительная типология немецкого и русского языков [Текст] : Учеб. пособ. для студентов вузов] / Б. А. Абрамов. - М. : ВЛАДОС, 1999. - 285, [2] с.

2. Адмони В.Г. Теоретическая граматика немецкого языка: строй современного немецкого языка: Учеб. пособие для студентов пед. институтов [Текст] / В. Г. Адмони.- 4-е изд., дораб. - М.: Просвещение, 1986. - 336 с.

3. Арсеньева М. Г. Грамматика немецкого языка [Текст] / М. Г. Арсеньева, И. А. Цыганова. - СПб. : «Союз», 2002. - 480с. - (Изучаем иностранные языки).

4. Смеречанский Р. И. Грамматика немецкого языка / Р. И. Смере- чанский [Под общ. ред. С. П. Гандзюка]. - K.: Вища школа, 1981. - 312 с.

5. Шендельс Е. И. Практическая грамматика немецкого языка: Deutsche Grammatik : Morphologie, Syntax, Text : учебник для ин-тов и фак-тов иностр. яз. / Е. И. Шендельс. - 3-е изд, испр. - M. : Высшая школа., 1988. - 416 с. - На нем. яз.

6. Duden: Grammatik der deutschen Gegenwartssprache. - hrsgg. vom Wissenschaftlichen Rat der Dudenredaktion: Prof. Dr. Günther Drosdowski, Dr. Rudolf Köster, Dr. Wolfgang Müller, Dr. Werner Scholze-Stubenrecht, 4., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. - Bibliographisches Institut Mannheim/Wien/Zürich : Dudenverlag. - 1984. - 804 S.

7. Moskalskaja O.I. Grammatik der deutschen Gegenwartsprache. - Moskau: WYSSAJA SKOLA, 1983. - 344 S.

Text der Vorlesung

1. Allgemeines

Die kategoriale Bedeutung des Substantivs versteht man als Gegenständlichkeit im weiten Sinne des Wortes. Darunter meint man nicht nur materielle, sondern auch gedankliche Gegenständlichkeit. Die Substantive können also abstrakte Begriffe, Vorgänge, Zustände, Beziehungen, Eigenschaften etc. bezeichnen, vgl.: Ihre Stimme ist sehr zart; Er leidet an einer schweren Krankheit; Der Turm hat eine H he von 100 Metern; Auf die Zehner folgen Hunderter; Ehrlichkeit ist das erste Kapitel im Buch der Weisheit.

Nach den Angaben von J. Erben, O.I. Moskalskaja, B.A. Abramow ist die Wortart Substantiv zahlenmäßig die größte und macht von etwa 5060% bis 90% des gesamten Wortschatzes aus. Die Chemie allein kennt z.B. über 2 Millionen Bezeichnungen für verschiedenartige Verbindungen. Außerdem werden immer neue Substantive gebildet. Dieser Prozess erfolgt auf mehreren Wegen, und zwar: durch Komposition, durch Derivation, durch Konversion.

In funktionaler Hinsicht ist die Wortklasse Substantiv ebenfalls die wichtigste, da die Substantive im Satz in allen syntaktischen Funktionen (als Subjekt, Objekt, Attribut, Adverbiale) auftreten können:

Die Kinder spielen heute auf dem Hof.

Ich schicke meiner Freundin ein Geschenk.

Anna ist eine gute Studentin.

Markus sitzt am Tisch und liest.

Peter gedachte seiner Mutter.

Das Haus meines Freundes liegt in der Blumenstraße.

Die syntaktische Rolle des Substantivs im Satz erkennt man durch die Fragestellung.

B.A. Abramov bemerkt, dass von der funktionalen Wichtigkeit des Substantivs auch die Tatsache zeugt, dass jede Wortart substantiviert werden kann. Wie bekannt, am leichtesten erfolgt die Substantivierung der Adjektive und der Infinitive im Deutschen.

2. Semantisch-strukturelle Klassen der Substantive

Die Substantive werden von Linguisten in einige semantischstrukturelle Klassen eingeteilt. Sie unterscheiden sich durch semantische und grammatische Eigenschaften ihrer Elemente. Es gibt mehrere Klassifizierungsvorschläge.

In der DUDEN-Grammatik (1984) z.B. werden die Substantive zunächst in zwei ungleich große Gruppen aufgegliedert: in die Konkreta und in die Abstrakta; die Konkreta werden weiter in die Eigennamen, Gattungsbezeichnungen, Sammelbezeichnungen und Stoffbezeichnungen eingeteilt.

Ähnliche primäre Aufteilung in der Wortklasse Substantiv wird von

O.I. Moskalskaja vorgenommen: sie teilt alle Substantive zunächst in die Konkreta und in die Abstrakta. In der ersten Gruppe unterscheidet sie Eigennamen, Stoffnamen, Gattungsnamen und Unika.

Die detaillierteste Klassifikation wird von E.I. Schendels angeboten: die Substantive werden primär in Lebewesen und Nichtlebewesen eingeteilt.

Nach E.I. Schendels stehen folgende Gruppen der Substantive einander gegenüber:

1. Lebewesen und Nichtlebewesen;

2. Menschen und Tiere;

3. abstrakte Begriffe (Abstrakta) und konkrete unbelebte Gegenstände (Konkreta);

4. In der Gruppe „Konkreta“ - Eigennamen (Mars - Planet) und Gattungsnamen;

5. innerhalb der Klasse von Gattungsnamen (bei den Nichtlebewesen) unterscheidet man Unika (Erde), Stoffnamen (Gold), Individualnamen (Stuhl), Sammelnamen (Möbel);

6. in der Gruppe „Menschen“ - Personennamen (Peter) und Gattungsnamen, die letzten werden in die Individualbezeichnungen (Junge) und Sammelnamen (Studentenschaft) eingeteilt;

7. in der Gruppe „Tiere“ - Eigennamen (Mied) und Gattungsnamen, unter den letzten - Individualbezeichnungen (Kuh) und Sammelnamen (Herde);

Die strukturell-semantische Klassifikation ist für den Gebrauch des Artikels, für die Wort- und Pluralbildung wichtig, vgl.:

Sie hat Geduld. - Sie hat einen Bruder.

Am Himmel scheint die Sonne. - An der Wand hängt ein Bild.

Auf dem Wochenmarkt verkauft man zu dieser Zeit Honig, Äpfel und Birnen.

Ein Substantiv kann infolge seiner Vieldeutigkeit mehreren Klassen angehören: die Schönheit, die Keramik, Picasso usw., z.B.:

Der deutsche Ingenieur R.Diesel wurde 1858 geboren und ist 1913 gestorben.

Er fährt einen alten Diesel. (Fahrzeug mit Dieselmotor)

Die strukturell-semantischen Gruppen der Substantive sind aufs engste mit ihren grammatischen Kategorien verbunden.

3. Die grammatischen Kategorien des Substantivs

Traditionell wird von den morphologischen Kategorien des grammatischen Geschlechts (oder Genus), der Zahl (des Numerus) und des Kasus gesprochen. O.I. Moskalskaja und E.I. Schendels sprechen außerdem von der Kategorie der Bestimmtheit und Unbestimmtheit.

Das Geschlecht (das Genus)

Diese Kategorie zerfällt in drei Subklassen: Maskulina (Sg. Maskulinum), Feminina (Sg. Femininum) und Neutra (Sg. Neutrum). Nur Maskulina und Feminina sind zum Teil semantisch motiviert. D.h. das grammatische Geschlecht widerspiegelt das natürliche Geschlecht: der Vater - die Mutter, der Mann - die Frau, die Katze - der Kater usw.

Die Subklasse Neutra ist in der deutschen Sprache unmotiviert, vgl.: das Buch, das Heft, das Jahr usw.

Kein grammatisches Geschlecht weisen die Pluraliatantum (die Substantive, die keine Singularform haben) auf, die Genusunterschiede kommen im Deutschen nur im Singular zum Ausdruck, vgl.: die Geschwister, die Tropen.

Das grammatische Geschlecht ist fast jedem Substantiv eigen (Pluraliatantum ausgenommen). Das Substantiv lässt sich nicht nach Genus verändern, jedes Substantiv gehört zum bestimmten Geschlecht (im Unterschied zu Numerus und Kasus). Also, die Zugehörigkeit zu einem bestimmten grammatischen Geschlecht ist relativ fest.

Zu berücksichtigen ist, dass es einige gleichlautende Substantive mit verschiedener Semantik gibt, die verschiedenen Subklassen angehören, z.B.: die / das Steuer; der Erbe / das Erbe, der Schild/ das Schild, der Hut / die Hut, der Tor / das Tor, die Bank / die Bank usw. Also kann der Artikel oder die Endung eines anderen Begleitwortes (das Kennzeichen der Zugehörigkeit des Substantivs zu einem bestimmten grammatischen Geschlecht) die bedeutungsunterscheidende Funktion ausüben, vgl.: der Band und das Band; der Kaffee und das Kaffee; der Moment und das Moment, das Tor - die Tor.

Daneben gibt es einige Substantive, deren grammatisches Geschlecht schwankt: der/das Joghurt, der/das Bonbon, Keks, Filter, der/das Mineral, der/das Liter, das/der Barock, das/der Meter, das/der Virus, der/die Gelee usw.

Die Wurzelsubstantive, d.h. die einfachen oder nichtabgeleiteten Substantive, haben kein äußeres Kennzeichen ihrer Zugehörigkeit zu einem bestimmten Genus: Brot, Volk, Milch. Das Geschlecht wird durch den Artikel oder durch die Endung eines Begleitwortes (eines attributiv gebrauchten Adjektivs oder Partizips, eines Pronomens) markiert. Also dient in erster Linie als Merkmal des Geschlechts der Artikel, dann das kongruierende Begleitwort (Pronomen, attributives Adjektiv oder Partizip): rote Rübe, schwarzer Kaffee, frisches Brot; dieses Wort, dieser Moment.

Es gibt Substantive mit gleicher Klassensemantik (z.B. Blumenbezeichnungen, Automarkennamen u.m.a.), die ein und dasselbe grammatische Geschlecht haben. Z.B. sind die Bezeichnungen für Bäume und Blumen im Deutschen fast ausnahmslos weiblichen Geschlechts (Feminina) (die Birke, Nelke, die Eiche, die Levkoje usw.). In vielen Fällen kann man das Geschlecht eines Substantivs nach seiner Bedeutung bestimmen.

Mit einigen Ausnahmen sind z.B. Maskulina die Namen von Himmelsrichtungen, Niederschlägen, Spirituosen, Automarken, Mineralien, Münzen; Feminina - die Namen von Pflanzen, Zigarettensorten, von deutschen Flüssen, Schiffen und Flugzeugen; Neutra - die Namen von Metallen, chemischen Elementen, Kontinenten, Ländern, Städten.

Auf Grund der Wortbildungsform kann man oft auch das Geschlecht des Wortes bestimmen: Lehrer, Lehrerin, Mädchen, Äugelein usw.

Das grammatische Geschlecht ist aufs engste mit dem ganzen System des Substantivs verbunden: mit der Deklination der Substantive, mit der Pluralbildung, mit der syntaktischen Gestaltung der Substantivgruppe, mit der Wortbildung. Die meisten Suffixe der abgeleiteten Substantive dienen nicht nur zur Bildung neuer Wörter, sie charakterisieren auch das Geschlecht der Substantive: -er, -ler, -ner, -keit, -heit usw.

Die Kategorie des Numerus (der Zahl)

Die Kategorie des Numerus ist mit der Einteilung der Substantive in Bezeichnungen für zählbare und unzählbare verbunden. Nicht alle Substantive haben die Fähigkeit, Einheit und Mehrheit zu unterscheiden.

Die unzählbaren Substantive haben nur eine Form - des Singulars. Wie H. Brinkmann behauptet, verdient diese Form nicht den ihr gegebenen Namen. Vom Singular dürfte man nur dann sprechen, wenn ihm ein Plural entgegengesetzt ist. Jedoch werden solche Substantive in der traditionellen Grammatik Singulariatantum genannt. Dazu gehören meistens die Abstrakta: Mut, Freundschaft und die Stoffnamen: Milch, Zucker usw. Dieser Gruppe steht eine andere Gruppe der Substantive gegenüber, die nur im Plural vorkommen - Pluraliatantum: die Alpen, die Ferien usw.

Und nur bei den zählbaren Substantiven (das sind überwiegend die Gattungsnamen, und zwar die Individualbezeichnungen) ist die Kategorie des Numerus zweigliedrig. Sie besteht aus dem Singular und Plural.

Die Singularform des Substantivs ist im Deutschen unmarkiert, sie besitzt kein besonderes Kennzeichen und bezeichnet einen einzelnen Vertreter einer Gattung (Auf dem Fensterbrett schläft eine Katze) oder die Gattung als solche (Der Hund ist ein treuer Freund). Die Pluralform hat dagegen in der Regel ein entsprechendes Kennzeichen und gilt deshalb als markiertes Gegenglied.

Die Pluralform bezeichnet mehrere Vertreter einer Gattung (Auf dem Tisch liegen Bücher und Hefte) oder die Gattung als solche (Die Katzen fangen Mäuse). Die Kennzeichnungsmittel der Pluralform können bedeutungsdifferenzierende Funktion ausüben, vgl: Worte - Wörter; Bande - Bände - Bänder.

Bei einigen Substantiven kann die Pluralform ohne Bedeutungsänderung schwanken: die Kerle / Kerls; die Mädel / Mädels / Mädeln.

Zur Bildung der Pluralformdienen dienen in der deutschen Sprache 3 grammatische Mittel: Suffixe, der Umlaut und der Artikel.

Der Plural wird durch die Suffixe: -e (mit Umlaut oder ohne), -(e)n, -er (mit Umlaut oder ohne), -s ausgedrückt (Tisch-e, Gäst-e, Junge-n, Kind-er, Häus-er, Klub-s). In einigen Fällen kennzeichnet der Umlaut allein die Pluralform (Garten - Gärten, Laden - Läden). Wenn ein Substantiv kein Suffix annimmt und der Umlaut nicht möglich ist, wird die pluralische Bedeutung durch andere Mittel: durch den Artikel (die Lehrer), durch die Endung des attributiven Adjektivs oder Partizips (erfahrene Lehrer) oder durch die Form des Finitums (Überall standen Leuchter) markiert.

Je nach dem pluralbildenden Suffix unterscheidet man verschiedene Typen der Pluralbildung. Die Kategorie des Numerus wirkt mit der Kategorie des Genus zusammen: ein pluralkennzeichnendes Mittel verbindet sich vornehmlich mit den Substantiven irgendeines bestimmten Genus. So erhalten das Suffix -er meistens die Substantive sächlichen Geschlechts (Häus-er, Büch-er, Bänd-er), das Suffix -e - die Substantive männlichen Geschlechts (Tisch-e, Stühl-e). Man darf aber nur von einer schwach ausgeprägten Tendenz sprechen (B.A. Abramow).

Außer den genannten grammatischen Mitteln gibt es in der deutschen Sprache andere Mittel zum Ausdruck der Kategorie des Numerus: 1) phonetische Mittel (durch die Betonung: der Professor - die Professoren, der Charakter - die Charaktere); 2) lexikalische Mittel (durch andere sinnverwandte Wörter: der Rat - die Ratschläge, der Dank - die Danksagungen usw.); 3) die Umschreibung des Plurals (mit Hilfe der bestimmten und unbestimmten Zahlwörter: zehn Jungen, ein wenig Sahne usw.); 4) die Wortfügungen: Tag für Tag, Schritt für Schritt; 5) suppletive Formen (von verschiedenen Wurzeln gebildete Formen: Mensch - Leute); 6) die Pluralsuffixe besonderer Art: Genus - Genera, Modus - Modi, Terminus - Termini usw.

Die Kategorie des Kasus

Die Kasuskategorie im Deutschen ist viergliedrig, sie erfasst den Nominativ - Werfall, den Genitiv - Wesfall, den Dativ - Wemfall und den Akkusativ - Wenfall. Der Nominativ heißt der gerade Kasus, die anderen - die obliquen Kasus.

Die Kategorie des Kasus hat vor allem eine strukturelle Funktion. Mit Hilfe der Kasus wird das Abhängigkeitsverhältnis des Substantivs zum grammatisch übergeordneten Partner gekennzeichnet, z.B.: j-m etw. geben; die Mappe des Schulfreundes; jenseits des Ganges.

Die Formveränderung nach den Kasus macht die Deklination aus. Und nach den Kasusformen im Singular bestimmt man die Deklinationsart. Zur Angabe des Kasus dienen vor allem der Artikel und die Kasusendungen, die Hauptrolle spielt dabei der Artikel, weil die Zahl der Kasusendungen gering ist. So ist der Kasus am Substantiv

in zwei Fällen markiert: im Genitiv Sg. starker Deklination (Tisch-es, Haus-es) und im Dativ Plural aller Substantive, die in diesem Kasus das Formans-и haben (Tische-n, Häuser-n, Mütter-n). Sonst bleibt der Kasus morphologisch ungekennzeichnet. Deswegen werden die Kasus vornehmlich durch einen Artikel, durch die Endung eines Begleitwortes (eines attributiv gebrauchten Adjektivs oder Partizips) oder durch seine syntaktische Position markiert.

Die Fähigkeit des Substantivs, die Kasuspositionen mit entsprechender Markierung einzunehmen, wird also traditionell Deklination des Substantivs genannt. Man unterscheidet drei Typen der Deklination im Singular: die starke, die schwache und die weibliche Deklination der Substantive. Im Plural hat der Artikel als Hauptträger der Deklination gleiche Formen für alle drei Typen.

In den Deklinationstypen des Substantivs kommt das Zusammenwirken der Kasuskategorie mit dem Genus und mit der Numeruskategorie zum Ausdruck, nach der Ansicht von O.I. Moskalskaja aber auch mit der Kategorie der Bestimmtheit/Unbestimmtheit.

Die Substantive weiblichen Geschlechts haben keine Kasusendungen, vgl.: die Frau - der Frau - der Frau - die Frau. Dekliniert wird eigentlich nicht das Substantiv, sondern sein Artikel.

Zur starken Deklination gehören die meisten Substantive männlichen und alle Substantive des sächlichen Geschlechts (außer das Herz), sie erhalten nur das -(e)s im Genitiv Sg.

Die schwach zu deklinierenden Substantive männlichen Geschlechts erhalten in allen Kasus außer dem Nominativ Sg. die Endung -(e)n, die aus diesem Grunde keine kasusdifferenzierende Kraft besitzt.

Außer diesen Haupttypen der Deklination gibt es eine lexikalisch begrenzte Gruppe der Maskulina und ein Neutrum, die im Dativ und Akkusativ die Endung -(e)n haben (nur das Herz ist im Akkusativ endungslos), und unter dem Einfluss der starken Deklination die Genitivendung -s angenommen haben. Zu dieser Gruppe gehören: der Buchstabe, Fels(en), Friede(n), Funke, Gedanke, Glaube(n), Haufe(n), Name, Same(n), Schade(n), Wille(n) und das Herz.

Für den Plural kann man zwei Deklinationstypen ansetzen: mit und ohne Dativ- n, vgl.: den Kinder-n, Gesichter-n und den Gärten-, Klubs- usw.

O.I. Moskalskaja aber, da sie dem Substantiv noch die morphologische Kategorie der Bestimmtheit/Unbestimmtheit zuschreibt, gliedert jedes der traditionellen Subparadigmen (das des Singulars und das des Plurals) noch weiter auf. Sie unterscheidet die Deklination mit dem bestimmten und die mit dem unbestimmten Artikel.

Die Kategorie der Bestimmtheit und der Unbestimmtheit

O.I. Moskalskaja betrachtet diese Kategorie als eine morphologische Kategorie des Substantivs (1983). Das Substantiv mit seinem Artikel betrachtet sie als analytische Form des Substantivs.

Als Hautmerkmal der Kategorie der Bestimmtheit und der Unbestimmtheit dient nach E.I. Schendels die Gegenüberstellung des bestimmten und des unbestimmten Artikels. Der bestimmte Artikel hat dabei in allen Kasus- und Numerusformen deutliche Merkmale, der unbestimmte Artikel hat nur Singularformen, die in vielen Kasus zusammenfallen. Im Plural entspricht dem unbestimmten Artikel der Nullartikel.

Nach der Ansicht von B.A. Abramov ist die Kategorie der Bestimmtheit und der Unbestimmtheit nicht morphologischer, sondern kommunikativer Natur, weil sie sich aus der Redesituation und aus dem Redezusammenhang ergibt. Die Gegenüberstellung von bestimmt und unbestimmt hängt aufs engste mit der kommunikativen oder aktuellen Gliederung des Satzes, d.h. mit seiner funktionalen Perspektive und dadurch mit der Satzgliedstellung zusammen.





Перша публікація: 01/01/2016

Останнє оновлення: 31/12/2023

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