Фондові лекції викладачів факультету іноземної філології - Частина ІV - 2016

РОЗДІЛ 1. Лекції з дисциплін мовознавчого циклу і методики їх навчання

Т.В. Калинюк, кандидат педагогічних наук, старший викладач

Phraseoloqismus und Phraseoloqie

Дисципліна: Німецька фразеологія Вид лекції: тематична Дидактичні цілі:

Навчальні: розкрити сутність понять „Phraseologie“, „Phraseologismus“, „Idiom“; визначити мету та основні завдання фразеології; виявити особливості розмежування вільних та сталих словосполучень; проаналізувати основні ознаки фразеологізму як одиниці вивчення фразеології.

Розвиваючі: формувати пізнавальну активність аудиторії, вміння застосовувати здобуті знання у практичній діяльності.

Виховні: формувати науковий світогляд, шляхом мотивації навчальної діяльності; виховувати інтерес до вивчення фразеології німецької мови.

Міжпредметні та міждисциплінарні зв'язки: лексикологія, стилістика, практика усного і писемного мовлення німецької мови, лінгвокраїнознавство, методика навчання іноземної мови.

Основні поняття: Phraseologie, Phraseologismus, Idiomatik, Idiom, Phraseographie, Phraseodidaktik, freie Wortverbindungen, feste Wortverbindungen.

Навчально-методичне забезпечення: мультимедійна презентація.

План

1. Phraseologie als linguistische Disziplin. Der Begriff und der Gegenstand der Phraseologieforschung.

2. Kurze Einführung in die Geschichte der Phraseologieforschung.

3. Der Begriff „Phraseologismus“, „Idiom“.

4. Die Merkmale der Phraseologismen.

Рекомендована література

1. Віталіш Л. П. Фразеологія німецької мови : Практикум / Л. П. Віталіш. - Львів : ПАІС, 2007. - 140 с.

2. Гінка Б. І. Лексикологія німецької мови : лекції та семінари : навч. посіб. для студентів-германістів. - вид. 2-е, переробл. і доп. / Б. І. Гінка. - Тернопіль : Редакційно-видавничий відділ Тернопільського нац. пед. ун-ту ім. В. Гнатюка, 2008. - 280 с.

3. Кудіна О. Ф. Перлини народної мудрості : посіб. для студ. та викл. вищих навч. закл. / О. Ф. Кудіна, О. П. Пророченко. - Вінниця : НОВА КНИГА, 2005. - 320 с.

4. Німецько-український фразеологічний словник - в 2-х т. / укл. В. І. Гаврись, О. П. Пророченко. - К. : Рад. шк., 1981.

5. Чернышева И. И. Фразеология современного немецкого языка / И. И. Чернышева - М. : Высшая школа, 1970. - 200 с.

6. Fleischer W. Phraseologie der deutschen Gegenwartssprache - 2. durchges. und erg. Auflage./ W. Fleischer. - Tübingen : NiemeyerVerlag, 1997. - 299 S.

7. Duden. Redewendungen. Wörterbuch der deutschen Idiomatik. - Bd. 11, überarb. und aktualisierte Auflage. - Mannheim; Leipzig; Wien; Zürich : Dudenverlag, 2008.

8. Hessky R. Deutsche Redewendungen. Ein Wörter- und Übungsbuch für Fortgeschrittene / R. Hessky, S. Ettinger. - München, 1997.

Текст лекції

1.Phraseologie als linguistische Disziplin.

Der Begriff und der Gegenstand der Phraseologieforschung

Der Terminus „Phraseologie” ist nicht eindeutig. Nach Wolfgang Fleischer ist Phraseologie in zwei Bedeutungsvarianten geläufig:

1) sprachwissenschaftliche Teildisziplin, die sich mit der Erforschung der Phraseologismen beschäftigt;

2) Bestand (Inventar) von Phraseologismen in einer bestimmten Einzelsprache.

Deswegen spricht man über die „Phraseologie im engeren Sinne”

(der Gegenstand wären nur Idiome, d. h. solche festen Wortverbindungen, die idiomatisch, morphosyntaktisch und lexikalisch-semantisch stabil, polylexikalisch und bildhaft sind) und über die „Phraseologie im weiteren Sinne” (deren Gegenstand wären alle festen Wortverbindungen, darunter Kollokationen, Sprichwörter, Zitate, kommunikative Formeln, Kinegramme usw.).

Phraseologie ist die Lehre von allen festen Wortverbindungen, die im System und im Satz die Funktionen von Einzelwörtern (von Lexemen) erfüllen und ihre Bedeutungen bekommen können.

Also, der Gegenstand der Phraseologie sind alle festen Verbindungen (sowohl Phraseologismen, Idiome als auch Sprichwörter, geflügelte Worte, Gruß-, Abschiedsformeln, klischeehafte Sätze, Termini usw.).

Neben dem Terminus „Phraseologie“ findet sich auch der Terminus „Idiomatik“. Die Idiomatik untersucht nur idiomatische, feste, polylexikalische, bildhafte und als ein Wort aus dem mentalen Gedächtnis reproduzierbare Wortverbindungen. Die Idiome bilden die absolute Mehrheit der festen Wortverbindungen.

Die Phraseographie beschreibt und präsentiert feste Wortverbindungen in den phraseologischen Wörterbüchern.

Außerdem ist in den letzten Jahren der Bereich der Phraseodidaktik entstanden, deren Untersuchungsobjekt die folgenden Fragen bilden:

• Wann beginnen Kinder Phraseologismen zu erwerben und sie bewusst zu gebrauchen?

• Im welchen Alter muss man damit beginnen, den Kindern Phraseologismen beizubringen?

• Welche Phraseologismen erlernt das Kind bzw. der Schüler am leichtesten?

• Welche sind die geeignetesten Methoden die Phraseologismen im Fremdsprachenunterricht didaktisch den Lernenden beizubringen?

2. Kurze Einführung in die Geschichte der Phraseologieforschung

Der Zweig der Linguistik, der sich mit dem „Vorgeformten“ der Sprache beschäftigt, nennt sich, Harald Burger zufolge, Phraseologie. Die Phraseologieforschung geht weit zurück, vor allem in der slawischen Sprache. Das bereits 1909 publizierte, grundlegende Werk von Charles Bally, „Traite de stylistique frangaise“, das phraseologische Phänomene untersucht, wurde in der Sowjetunion rezipiert, doch danach fand die Phraseologie der germanischen und romanischen Sprachen für ungefähr ein halbes Jahrhundert kaum mehr Beachtung. In der Germanistik hatten sich Forscher bis in die ersten Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg mit Sprichwörtern und Redensarten beschäftigt. Dies hatte schon 1604 angefangen. Die älteste deutsche Sprichwortsammlung stammt aus diesem Jahr. Von der Nachkriegszeit an bis in die aus der ehemaligen DDR, so z.B. von Klappenbach, untersucht. Diese sind 1970er Jahre wurden Phraseologismen in der deutschen Sprache hauptsächlich von Forschern jedoch für diese Arbeit nicht relevant, da wir uns nur mit einigen der untenstehenden Forscher beschäftigen werden. Sie zählen zu den aktuellsten Forschern im Bereich Phraseologie.

In den 1970er und 1980er wurde die deutsche Phraseologie zunehmend zum Forschungsgegenstand. Laut Christine Palm ist das Jahr 1982 durch das Erscheinen von abschließenden Untersuchungen, die die weiteren Diskussionen der Phraseologie bestimmen, ein entscheidendes Jahr für die Phraseologieforschung. „Forscher wie Harald Burger, Wolfgang Fleischer und Gertrud Griciano haben das phraseologische Material gesammelt, “ und mit ihren Gruppierungen sind viele Unklarheiten beseitigt worden. Auch das „Handbuch der Phraseologie“ von Annelies Buhofer, Ambros

Sialm und Harald Burger erschien in diesem Jahr. W. Fleischer trug im selben Jahr mit „Phraseologie der deutschen Gegenwartssprache“ zur Forschung in der Phraseologie mit bei. Auch nach dem Jahr 1982 haben sowohl Burger als auch Fleischer viel zur Phraseologieforschung beigetragen. 1995 hat Christine Palm das Buch „Phraseologie - eine Einführung“ veröffentlicht, das „einen ersten Einblick in die vielfältigen Fragestellungen der heutigen Phraseologieforschung vermittelt“, und somit für diese Arbeit von Bedeutung ist. Das Buch basiert zum größten Teil auf Burger und Fleischer. Da die oben genannten Forscher in ihren Büchern eine unterschiedliche Terminologie anwenden, wird in dieser Arbeit zuerst einleitend die Terminologie, die wir verwenden werden, dargestellt.

3.Der Begriff „Phraseologismus“, „Idiom“

Es ist üblich, in der Sprache zwei große Gruppen von Wortverbindungen zu unterscheiden: freie (syntaktische) und nicht freie (oder stehende bzw. feste).

Freie Wortverbindungen werden gewöhnlich nach den grammatischen Regeln jeweiligen Sprache aus den einzelnen Wörtern gebildet, deren allgemeine Bedeutung aus Bedeutungen der Wörter besteht, die diese Verbindung zusammensetzen und grammatisch sowie semantisch miteinander verbunden sind. Freie Wortverbindungen entstehen im Redestrom in als neue, d.h. sie werden in unserem Gedächtnis als fertige Einheiten nicht gespeichert.

Die folgenden Wortgruppen zählt man nicht zu den Phraseologismen:

1. Mehrteilige Präpositionen (von … bis/her).

2. Doppelkonjunktionen (insofern … als, entweder… oder) .

3. Präpositionale Konstruktionen, die in die Funktion komplexer Präpositionen hinübergewachsen sind (in Anbetracht), was sich schließlich auch orthographisch reflektieren kann in Kleinschreibung des ursprünglichen Substantivs (in Betreff auf, in/von seiten) bzw. in Zusammenschreibung der ganzen Konstruktion (anhand).

4. Analytische Flexionsformen:

a) zusammengesetzte Verbformen: er hat geweint,

b) die Konstruktionen aus Artikel + Substantiv;

c) der adverbiale Superlativ (am besten, aufs herzlichste).

d) (“echte“) reflexive Verben (sich aalen). Sie werden als ein Wort aufgefasst und daher ebenfalls ausgeklammert;

e) die feste Bindung eines präpositionalen Verknüpfungselements an ein Verb (Rektion), wie z. B. warten auf jmdn. u. ä., ist kein phraseologisches Phänomen.

Metaphorische Komposita wie Himmelfahrtskommando, Papierkrieg sind keine Phraseologismen, weil sie keine Mehr-Wort-Struktur aufweisen.

Im Unterschied zu den freien Wortverbindungen werden die festen (stehenden) Wortverbindungen im Redestrom nicht gebildet, sondern sie werden als fertige Einheiten immer reproduziert. In den meisten Fällen entstehen sie in Folge der semantischen Umwand (Transformation) der gewöhnlichen freien Wortverbindungen. Um fest (oder stehend) zu werden muss jeweilige Verbindung drei Stadien durchlaufen: a) fixierte Aneignung; b) im Gedächtnis behalten zu werden und c) Reproduzierbarkeit erlangen (Hawryn S.H.).

Diese Wortverbindungen haben auch ganz unterschiedliche grammatische (syntaktische Strukturen). Manche haben als festen Bestandteil ein Verb: Herzklopfen bekommen, sich zur Wehr setzen, die Flucht ergreifen.

Andere gehen eine Verbindung aus Adjektiv und Substantiv ein: das leibliche Wohl, offenes Geheimnis, höhere Gewalt. Oder es entstehen Wortgruppen mit adverbialer Struktur: unter Ausschluss der Öffentlichkeit, im Großen und Ganzen.

Verwendungen terminologischer Begriffe. Die Klassifikation fester Wortverbindungen ist gleichfalls viel diskutabel und unterschiedlich gehandhabt, ebenso die Bezeichnung dieser vielfältigen Erscheinung.

Aus diesem Grunde müssen wir zuerst auf die Grundbegriffe der Phraseologie eingehen. Am Anfang der achtziger Jahre wurden in der Phraseologie über tausend spezifische Termini verwendet, z.B. Wendung, festes Syntagma, Wortgruppenlexem, Paralexem, feste Wortverbindung sprichwörtliche Redensart u. a.

Das terminologische Chaos beschrieb H. Schemann, indem er die populärsten Termini präsentierte: „fertige geprägte Ausdrücke, idiomatische Ausdrücke, phraseologische Ausdrücke, redensartliche Ausdrücke, stehende Ausdrücke, komplexe Einheiten, phraseologische Einheiten, Fertigbauteile, erstarrte Formeln, sprachliche Formeln, erstarrte Fügungen, feste Fügungen,phraseologische Fügungen, Gebrauchsmetaphern, sprachliche Gebrauchsmuster, feststehende Gebrauchsweisen, Idiome, Idiotismen, Idioms, Phraseme, Phraseologismen, bildliche Redensarten, feste Redensarten, Redensarten, sprichwörtliche Redensarten, stehende Redensarten, feste Redewendungen, metaphorische Redewendungen, sprichwörtliche Redewendungen, stehende Redewendungen, geprägte Scheidemünzen, Sprachformeln, vorgeformte Sprachwendungen, autonome Syntagmen, feste Syntagmen, formelhafte Verbindungen, phraseologische Verbindungen, feste Wendungen, fest gefügte Wendungen, stehende

Wendungen, stereotype Wendungen, geformte Wortblöcke, feste Wortgruppen, erstarrte Wortverbindungen, phraseologische Wortverbindungen, stehende Wortverbindungen, feste phraseologische Wortverknüpfungen und viele andere“.

Erst vor einem Jahrzehnt wurde dieses Chaos beendet und seitdem herrscht im deutschsprachigen Forschungsraum eine einheitliche Terminologie. Es dominieren die Termini Phraseologismus, Phrasem und Idiom, die alle festen Wortverbindungen repräsentieren. Synonym dazu wird phraseologische Einheit verwendet.

International verbreitet sind heute Ausdrücke, die auf latеinisеer oder auf griechisch. zurückgehen: Phraseologismus, Phrasem, Idiom.

1. Unter Redewendungen oder Phraseologismen (latinisierte Form des griechischen Wortes φρασεολογισμός, fraseologismos, von altgriechisch phrazein - anzeigen, vortragen und griechisch-neulateinisch lo- gismos/logismus - die Wortbildung) versteht die Sprachwissenschaft eine zu einer festen Form verwachsene Folge lexikalischer Einheiten (Komponenten). I. I. Cernyseva definiert Phraseologismen als „feste Wortkomplexe verschiedener syntaktischer Strukturtypen mit singulärer (одинарний) Verknüpfung der Konstituenten, deren Bedeutung durch eine vollständige oder teilweise semantische Transformation Komponentenbestandes entsteht“.

H. Burger behauptet, dass als „Phraseologismus“ bezeichnen wir eine Verbindung von zwei oder mehr Wörtern dann, wenn die Wortverbindung in der Sprachgemeinschaft, ähnlich wie ein Lexem, aber als feste Verbindung gebräuchlich ist“. Für die einzelnen Wörter, die ein Phraseo- logismus umfasst, hat sich der Begriff „Komponente“ durchgesetzt, aber auch von Konstituenten zu sprechen, ist üblich. Ein Phraseologismus enthält mindestens zwei Komponenten, so dass als wichtiges Merkmal die Polylexikalität gilt.

2. Daneben verwendet man noch das Synonym Phrasem (lit. fra- zema). Dieser Terminus wurde analog den Termini Phonem, Morphem, Lexem gebildet und wird seit 1964 von der russischen Phraseologieforscherin I. I. Cernyseva verwendet. Heute wird der Terminus Phrasem sehr selten verwendet.

3. Ein dritter von allen akzeptierter Terminus ist die Bezeichnung Idiom. idioma - „Eigentümlichkeit, Besonderheit“. Er bezeichnet Phra- seologismen, die folgende Hauptmerkmale aufweisen: Idiomatizität, Stabilität, Polylexikalität und Reproduzierbarkeit. Als Synonym des Terminus Idiom galt Phraseolexem, ein Terminus von W. Fleischer der heute allerdings beinahe ausgestorben ist.

4. Die Merkmale der Phraseologismen

Die Definition „der Phraseologismus“ umschreibt die zwei wesentlichen Merkmale eines Phraseologismus - Polylexikalität („zwei oder mehr Wörter) und Festigkeit („als feste Wortverbindung“).

Phraseologismen enthalten auch die folgenden Merkmale: Idioma- tizität, Lexikalisierung, Bildlichkeit, Bildhaftigkeit, Vagheit, Expressivität. Über die wichtigsten von diesen Merkmalen wollen wir ein bisschen ausführlicher sprechen.

1. Die Idiomatizität ist […] eine der grundlegendsten Eigenschaften eines Phraseologismus überhaupt. Man könnte sogar so weit gehen und behaupten, dass es ohne Idiomatizität keine Phraseologie gäbe. Die

Idiomatizität benennt den Grad, in dem die Bedeutung eines Phraseologismus noch oder nichttransparent ist, d.h. aus seinen Komponenten erschlossen werden kann.

Idiomatizität ist jene Eigenschaft eines Phraseologismus, die es unmöglich macht, die Gesamtbedeutung einer Redewendung aus der Bedeutung ihrer einzelnen Komponenten zu erschließen.

Zum Beispiel „jemand kauft die Katze im Sack“ Selbst wenn einer Person die einzelnen bedeutungstragenden Komponenten dieses Ausdrucks - also „kaufen“, „Katze“ und „Sack“ - bekannt sind, so wird die Person aller Voraussicht nach nicht in der Lage sein, den Phraseologismus richtig zu interpretieren. Schließlich hat die phraseologische Bedeutung nichts mit einer gekauften Katze in einem Sack zu tun. Die wörtliche Bedeutung weicht also enorm von der phraseologischen Bedeutung ab.

Neben diesen vollidiomatischen Wendungen gibt es unterschiedliche Grade. Der Grad der Idiomatizität kann unterschieden sein.

Ein Phraseologismus ist (voll)idiomatisch, wenn keine seiner Komponenten einen Hinweis auf die Bedeutung gibt. Anderer Begriff für (voll) idiomatisch ist „nicht motiviert“: ein alter Hase - ein erfahrener Mensch, eine lahme Ente - ein Mensch ohne Initiative.

Sind bei einem Phraseologismus einzelne Komponenten in ihrer Bedeutung erhalten, spricht man von „teil-idiomatischen“ Phraseologismen. Dazu gehören Phraseologismen, wie: diebische Elster - diebische Fraueine Schraube ohne Ende - eine Angelegenheit ohne Ende faule Ausrede - wenig überzeugende Ausrede.

Nicht-idiomatisch sind Phraseologismen, wenn alle Komponenten transparent (motiviert) sind.

Sie werden als Phrase, Klischee, Schablone, Stereotyp bezeichnet. Diese Arten von Wortverbindungen entstehen oft im Stil der Massenkommunikation Zeitung, Rundfunk. Sie fungieren vielfach als Benennungseinheiten, als „Formeln“. Mit dem Auftreten einer Komponente (die Gelegenheit) erwartet man die zweite Komponente (benutzen um …). Dazu zählen auch:

• unvertauschbare Wortverbindungen: in Hülle und Fülle, Freud und Leid

• Klischees in Massenmedien: wie aus gut unterrichteten Kreisen verlautet

Oft wird die idiomatische Bedeutung durch ein Bild (Metapher) vermittelt. Das Bild, das mit der Wendung vermittelt wird, hat keine Beziehung zur Bedeutung der Wortverbindung:

ins Fettnäpfchen treten- bei jemandem Verärgerung hervorrufen das Heft in der Hand haben - die Macht haben in die Binsen gehen – verschwinden Neben der Idiomatisierung mit Hilfe von Metaphern existiert auch eine Reihe von Verbindungen, die in der Alltagssprache häufig sind, in den Sammlungen von Redensarten aber selten enthalten sind und dem Nichtmuttersprachler Schwierigkeiten bereiten:

etwas nicht von sich geben können - sich nicht ausdrücken können

jemanden auf andere - jemanden ablenken,

Gedanken bringen zerstreuen

nichts geben auf etwas - keinen Wert legen auf etwas.

Lässt sich ein Phraseologismus semantisch nicht aufgliedern, d.h., dass beide Komponenten phraseologisch gebunden sind, wie: Kohldampf schieben - Hunger haben, jemandem einen Bären aufbinden - j-m etwas Unwahres sagen, etwas übers Knie brechen - voreilig handeln.

2. Stabilität - Festigkeit - Fixiertheit

Stabilität bezeichnet die Fixiertheit eines Phraseologismus in Form einer Wortgruppe, eines Satzes, eines Textes.

Phraseologismen sind „feste Wortverbindungen einer Sprache“. Der Ausdruck ist formal insofern fest, als man die Nomina nicht umstellen kann, sonst würde die idiomatische Bedeutung zerstört. Lexikalisch ist er fest, insofern man die Komponenten nicht austauschen. Die Festigkeit der Phraseologismen kann graduell verschieden sein.

So ist beispielsweise man kann sagen „jemand spielt mit jemandem Katz und Maus“, aber nicht „jemand spielt mit jemandem Katz und Hund“, obwohl die syntaktische Struktur dieser beiden Ausdrücke haargenau dieselbe ist.

Was sind die Gründe der Stabilität? Im Rahmen der Sprachwissenschaft ist es unmöglich, die wahren Gründe der Formierung der Stabilität festzustellen, denn die Gründe tragen meistens außersprachlichen Charakter. Hier spielt u. a. die kulturelle Wertigkeit der Quelle eine wichtige Rolle. Viele Phraseologismen entstanden aus den Texten der Bibel heraus, aus der schöngeistigen Literatur, im Englischen - aus den Werken Shake- spears, im Deutschen - aus denen Goethes und Schillers. Dabei spielt wiederum der kulturell-historische Kontext eine große Rolle.

Zur Eigenschaft von Phraseologismen gehört es, dass „diese Stabilität auf systematische Weise „instabil“ sein kann (Variation / usuell, Modifikation/ okasionell, Abweichung, Wortspiel)“). Der Großteil der festen Wortverbindungen lässt aber Ersetzungsmöglichkeiten zu, nämlich bei der Variation und Modifikation. Einige Beispiele:

Variationen im Bereich des Artikels: jm. Feuer unter dem/ unterm Hintern machen; jn./etw. auf das/ aufs/ auf ein Abstellgleis schieben; auf dem/ (s)einem hohen Ross sitzen; die/ seine Hände auf etw. halten;

Variationen beim Adjektiv und Pronomen: etw. in rosigem/im rosigsten Licht sehen; jm. eine/ eins/ ein Ding bewilligen; jm. eins/ was auf die Nase geben.

Alternative Verwendung von Negationselementen kein/nicht: kein/ nicht gerade ein großes Licht sein; weder/nicht aus noch ein wissen.

3. Lexikalität

Eine weitere Eigenschaft von Phraseologismen stellt die Lexikalität dar, womit die Eintragung eines Phraseologismus in einem Lexikon gemeint ist. Durch das Nachschlagen im Lexikon kann der genau Wortlaut, die Bedeutung und teilweise sogar die Herkunft einer Redewendung mühelos recherchiert werden.

Während Idiomatizität und Stabilität in der Literatur als grundlegende Eigenschaften eines Phraseologismus angesehen werden, wird die Le- xikalität nicht von allen Wissenschaftler als typisches Charakteristikum genannt. Ein möglicher Grund könnte sein, dass neuere Phraseologismen wie beispielsweise „jemandem stürzt der Computer ab“ oder „jemand fährt den Computer hoch“ zunächst nicht in einem Lexikon verzeichnet sind. Dies hängt damit zusammen, dass die deutsche Sprache eine lebende Sprache ist und somit ständig neue Wörter beziehungsweise Phraseolo- gismen entstehen, welche erst im Lauf der Zeit in ein Lexikon aufgenommen werden. Jedenfalls könnte dies ein Argument sein, weshalb einige Autoren die Eigenschaft der Lexikalität nicht explizit bei den Merkmalen von Phraseologismen anführen.

4. Reproduzierbarkeit

Phraseologismen sind feste Wortverbindungen, die en bloc wieder und wieder wiederholt werden. „Die Reproduzierbarkeit der fertigen Konstruktion bei ihrer Verwendung in der Kommunikation […] wird nicht selten als das entscheidende Kriterium […] überhaupt betrachtet“.

Bei den Phraseologismen geht es nicht generell um Wiederholung, sondern speziell um die Wiederholung bestimmter Verbindungen.

Zum Beispiel das Wort „Eisen“, so findet man unter diesem Eintrag die folgenden Phraseologismen. welche es nur mehr wiederzugeben gilt: jemand hat zwei /mehrere/ noch Eisen im Feuer; jemand beißt bei jemandem auf Eisen; jemand steigt / tritt in die Eisen; jemand wirft etwas/jemanden zum alten Eisen.

5. Polylexikalität

Zuerst entsteht die Frage. aus wie vielen Wörtern eine phraseologische Einheit bestehen muss. Gewöhnlich lautet die Antwort: aus mindestens zwei Wörtern. Die Frage können wir noch präzisieren: aus wie vielen Wörtern besteht die untere Grenze und die obere Grenze der Anzahl an Wörtern eines Phraseologismus? Und so entsteht das Problem der Wortanzahl eines Phraseologismus.

Die Eigenschaft der Polylexikalität bezieht sich auf die Anzahl der Wörter. welche ein Phraseologismus umfasst. Vergleicht man einige der bereits angeführten Phraseologismen wie „jemand kauft die Katze im Sack“. „jemand bricht einen Streit vom Zaun“ oder „jemand malt den Teufel an die Wand“ miteinander, so kann man unschwer erkennen, dass alle diese Phraseologismen aus mehreren lexikalischen Komponenten bestehen.

6. Metaphorik - Bildhaftigkeit

Phraseologismen verfügen teilweise über eine sehr hohe Bildhaftigkeit. Diese Tatsache soll anhand des Beispiels „jemand nimmt jemanden unter seine Fittiche“ kurz erläutert werden. Wenn eine Person sagt. dass sie jemanden unter ihre Fittiche nimmt. dann bedeutet dies. dass diese Person jemanden beschützen will.

Der Phraseologismus weist somit auf ein typisches Verhalten von Vögeln hin. welche ihre Jungen vor möglichen Gefahren beschützen wollen. Dazu breiten diese bei drohender Gefahr ihre Flügel - poetisch auch Fittiche genannt - aus. sodass der Nachwuchs bestmöglich geschützt ist.

Zusammenfassung: Also. Phraseologie ist die Lehre von allen festen Wortverbindungen. die im System und im Satz die Funktionen von Einzelwörtern (von Lexemen) erfüllen und ihre Bedeutungen bekommen können. Man unterscheidet in der Sprache zwei große Gruppen von Wortverbindungen: freie und nicht freie (stehende. feste). Die ersten - entstehen im Redestrom immer als neu und die zweiten - fungieren in der Sprache als fertige Einheiten. Die zwei wesentlichen Merkmale eines Phraseologismus sind: Polylexikalität und Festigkeit. Außerdem enthalten Phraseologismen auch die folgenden Merkmale: Idiomatizität. Lexikalisierung. Bildlichkeit. Bildhaftigkeit. Vagheit. Expressivität.





Перша публікація: 01/01/2016

Останнє оновлення: 31/12/2023

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